Power-to-Heat in der Praxis

Elektrische Wärmeträgerölerhitzer wirtschaftlich & sicher betreiben

Die Elektrifizierung industrieller Prozesswärme gewinnt rasch an Bedeutung. Immer mehr Unternehmen stehen vor der Aufgabe, ihre Wärmeversorgung auf Strom umzustellen und erneuerbare Energien einzubinden.

Die eigentliche Herausforderung ist jedoch nicht der bloße Wechsel auf Strom. Entscheidend ist vielmehr die Frage: Wie lassen sich Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Flexibilität gleichzeitig gewährleisten? Moderne Produktionsprozesse benötigen eine Wärmeversorgung, die jederzeit zuverlässig verfügbar ist, sich flexibel an wechselnde Lasten anpasst und gleichzeitig den steigenden Anforderungen an die Energieeffizienz gerecht wird.

Warum das richtige Anlagenkonzept den Unterschied macht

Ein verlässliches Power-to-Heat-Konzept wandelt elektrische Energie, egal ob aus dem öffentlichen Netz oder aus eigenen erneuerbaren Quellen, direkt in präzise Prozesswärme um. Der entscheidende Mehrwert für den Betrieb liegt jedoch nicht allein im Wärmeerzeuger. Erst das Zusammenspiel aus intelligenter Steuerung, präziser Regelung und durchdachter Planung macht die Elektrifizierung zu einer wirtschaftlichen und sorgenfreien Lösung.

Damit die Umstellung im Betriebsalltag reibungslos funktioniert, kommt es auf vier zentrale Faktoren an:

  1. Passend zur vorhandenen Infrastruktur

Ob kleine Leistung oder Megawattbereich: Das System muss zur Elektrik des Werks passen. Für kleinere bis mittlere Bedarfe greift man auf das bewährte 400-V-Netz zurück. Bei großen Industrieanlagen im Megawattbereich ist der Einsatz von 690 V oft vorteilhaft:  Verkabelungsaufwand, Platzbedarf und spezifische Kosten sinken.

  1. Schutz vor Ausfällen und lange Lebensdauer

Damit die verwendeten Bauteile nicht vorzeitig verschleißen, steuert eine intelligente Elektronik die Anlage. Die Heizelemente werden reihum zu- und abgeschaltet, sodass alle Teile gleichmäßig belastet werden. Zusätzlich wird der Strom jedes einzelnen Heizelements laufend überwacht. Das erkennt Unregelmäßigkeiten frühzeitig, schützt vor ungeplanten Produktionsstopps und sorgt für maximale Verfügbarkeit.

  1. Stromkosten aktiv senken

Ein modernes System passt seine Heizleistung dynamisch an. Ändert sich der Wärmebedarf im Prozess oder schwankt der Strompreis am Markt, reagiert die Steuerung automatisch. So können günstige Strompreisphasen am Markt oder Überschüsse aus der eigenen Photovoltaikanlage gezielt genutzt werden, um die Betriebskosten spürbar zu senken.

  1. Schnelle Umsetzung ohne lange Wartezeiten

Da die Wärme elektrisch und damit vollkommen emissionsfrei direkt am Prozess erzeugt wird, entfallen Schornsteine, Brennstofflager und zeitintensive emissionsrechtliche Genehmigungsverfahren. Vormontierte Komplettsysteme auf einem Grundrahmen („Plug & Heat“) verringern zudem den Installationsaufwand vor Ort auf ein Minimum.

Haben Sie eine konkrete Anfrage? Wir freuen uns von Ihnen zu hören!

In der Praxis erprobt

Dass diese Konzepte im Industriealltag reibungslos funktionieren, zeigen zahlreiche realisierte NESS-Anlagen:

  • Holzwerkstoffindustrie:
    Eine 3,1-MW-Anlage, deren Steuerung gezielt auf externe Strompreissignale reagiert. Das Ergebnis ist eine hochflexible Betriebsweise, die volatile Energiepreise optimal ausnutzt.
  • Chemische Industrie:
    Ein Hybridsystem aus elektrischem Erhitzer (800 kW) und bestehendem Gaskessel (1 MW) sichert dort gemeinsam die Wärmeversorgung ab.
  • Luftfahrtindustrie:
    Ein elektrischer Erhitzer mit 1.000 kW läuft im Parallelbetrieb mit einem befeuerten Erhitzer und erhöht so die Versorgungssicherheit.
  • Holzwerkstoffindustrie:
    Aktuell mit 1.240 kW ausgerüstet, ausbaufähig auf 3,1 MW. Bis zur geplanten Erweiterung unterstützt der Erhitzer bereits jetzt an anderer Stelle den Wärmebedarf, statt ungenutzt zu stehen schafft er so von Anfang an Mehrwert.

Die Elektrifizierung industrieller Prozesswärme bedeutet weit mehr als den einfachen Austausch eines Wärmeerzeugers. Sie erfordert ein durchdachtes Gesamtkonzept, das Wirtschaftlichkeit, Flexibilität und Betriebssicherheit miteinander verbindet. Mit individuell ausgelegten Power-to-Heat-Lösungen, wie sie Spezialisten wie NESS entwickeln, gelingt Unternehmen der Umstieg auf eine zukunftsfähige Wärmeversorgung ohne Kompromisse beim laufenden Betrieb.

Sie planen die Elektrifizierung Ihrer Prozesswärme? Sprechen Sie uns an, gemeinsam entwickeln wir das für Ihren Betrieb passende Anlagenkonzept.

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